Lernnetzwerk - aus Studentensicht

Mein Name ist Toni und ich bin gerade in mein Studium gestartet. Meine Mutter hat mir viel aus ihrer Zeit als Studentin erzählt. Im Vergleich dazu ist heute alles anders. Sie begann mit einer klassischen Orientierungswoche und startete dann direkt ins straff durchorganisierte Studium mit geringer Wahlfreiheit zwischen den Kursen. Hauptsache sie erreichte ihre Punktzahl - sie bekam für jeden abgeschlossenen Kurs Punkte - um sich damit für die Abschlussarbeit zu qualifizieren.

Ich bin froh, dass es heute anders ist.

Schon auf der Suche nach der passenden Hochschule konnte ich über das Lernnetzwerk mit anderen Studierenden in den Austausch kommen. Ich konnte sie fragen, wie ihnen die Stadt gefällt, wie die soziale Atmosphäre an der Hochschule ist, wie ihnen die Dozierenden gefallen usw. Sie konnten mir direkte Einblicke geben, wie es an ihrer Hochschule läuft. Das hat mir sehr geholfen.

Als ich meine Wahl auf drei Hochschulen eingeengt hatte, sprach ich über das Lernnetzwerk auch mit ein paar der Dozierenden, die in den Fachrichtungen lehren, die mich interessieren. So gewann ich Einblick, wie sie die Lehre inhaltlich fokussieren, mit welchen Theorien sie arbeiten, welche Forschungsmethoden sie bevorzugen, usw.

Ich konnte ganz unkompliziert sehr gründlich recherchieren.

Schließlich half mir meine Mentorin bei der finalen Entscheidung. Gemeinsam blickten wir auf mein Portfolio und auf die Möglichkeiten, welche sich mir an den Hochschulen eröffnen würden.

Deshalb fühlte ich mich sicher mit meiner Entscheidung und freute mich angstfrei auf mein Studium - meine Mutter war damals sehr nervös und ängstlich vor all den Unbekannten, hat sie erzählt.

Wie dem auch sei, jetzt bin ich hier in einer neuen Stadt und darf studieren. Bevor es wir hier aber richtig in die Materie einsteigen, gibt es ein Onboarding. Ich habe einen Paten, der mich in das digitale System einführt und mich zu den Veranstaltungen begleitet, auf denen ich meine Kommilitonen und die Dozierenden kennenlernen kann. Es gibt eine Reihe dieser Veranstaltungen - für jeden Geschmack ist etwas dabei.

Während der Onboarding-Phase besuchen wir die ersten Kurse rund um allgemeine Themen: Wissenschaftliche Recherche, wissenschaftliches Schreiben, Business English, usw. Eine Handvoll davon ist verpflichtend. Aber es gibt auch ein breites Angebot, dass freiwillig wahrgenommen werden kann, dazu gehört zum Beispiel Lernhacks oder Achtsamkeit im Alltag.

Im Grunde wollen sie uns eine Reihe an Werkzeugen an die Hand geben, um gut vorbereitet durch die Studienzeit zu kommen.

Während der Onboarding-Phase hilft mir mein Pate außerdem dabei, meinen Studienplan für das erste Semester zu erstellen. Praktischerweise hat das System der Hochschule eine Schnittstelle zum Lernnetzwerk. Ich kann also die Kurse aus meinem individuellen Studienplan mit meinem Portfolio verknüpfen. Was ich dann während des Studiums in der Plattform der Hochschule als Studienergebnisse sammle, kann ich nach Belieben auf meinem Portfolio erscheinen lassen. Andersherum kann ich dank der Schnittstelle in Praktika oder Nebenjobs entstandene Projektergebnisse über das Portfolio im Lernnetzwerk zurück zur Plattform der Uni transferieren und meinen Dozierenden präsentieren.

Mein Pate gab mir bereits den wertvollen Tipp, dass ich auch hochschulübergreifend an Forschungsprojekten arbeiten kann - dank des Lernnetzwerks. Wenn ich in meinem sozialen Umfeld vor Ort keine Mitstreiter finde, kann ich sie über das Lernnetzwerk suchen - und auch ich kann dort regelmäßig schauen, ob jemand auf der Suche nach Mitstreitern für ein spannendes Projekt ist.

Außerdem rufen hier Unternehmen regelmäßig Challenges aus für die sie Studierende gewinnen wollen. Daraus ergeben sich dann Praktika, Nebenjobs oder später auch feste Stellen. Auf diesem Wege haben sich schon viele Startups gegründet, geboren aus Projektideen von Studierendengruppen.

Da sich das Lernnetzwerk über alle möglichen Institutionen erstreckt, komme ich hier auch mit Auszubildenden oder dualen Studenten in Kontakt. Auch wir können zusammen Projektgruppen bilden. Ich weiß von meiner Mutter, dass diese Gruppen früher keinen Kontakt zueinander hatten, weil jeder seine eigene Schule besucht hatte. So entstanden auch viele Vorurteile. Während man an der Ausbildung gern kritisierte, dass sie weniger Wert sei als ein gründliches Studium, sagte man über das Studium, es hätte nicht genügend Praxisbezug - das duale Studium bot da auch keine Lösung.

Über sowas machen wir uns heute keine Gedanken mehr. Wenn ein Auszubildender Hochschulluft schnuppern möchte, kann er das über die Angebote im Lernnetzwerk tun - und umgekehrt. Ich habe mir schon fest vorgenommen, bei einem Tischlerbetrieb vorbeizuschauen, denn dafür interessiere ich mich neben dem Ingenieurwesen sehr. Ich bin mir sicher, dass ich hier eine spannende interdisziplinäre Verbindung herstellen kann.

Jetzt muss ich aber los zum Achtsamkeitskurs.