Lernnetzwerk - aus Schüler*innensicht

Ich heiße Jona und bin 7 Jahre alt. Heute ist mein erster Schultag - endlich ist heute mein erster Schultag! Ich habe meine Eltern jeden Tag gefragt, wann es soweit ist. Heute ist es soweit. Ich bin ganz aufgeregt. Ich freue mich so sehr!

Ich durfte die Schule und die Lernbegleiter*innen alle schon kennenlernen. Sie sind sehr nett und sie haben so tolle Geschichten zu erzählen. In der Schule werde ich ganz viel forschen und spielen dürfen. Die Lernbegleiter*innen werden mir noch mehr spannende Geschichten erzählen. Ich werde lesen, schreiben und rechnen lernen dürfen und noch vieles mehr!

Das Haus, in dem die Schule ist, ist sehr groß. Es gibt viele Fenster und Pflanzen, einen großen Spielplatz, einen Garten, wir haben sogar ein paar Haustiere dort! Darüber freue ich mich sehr, denn zuhause haben wir keine Tiere. Es gibt einen Sportplatz mit echten Fußballtoren. Es gibt ein Labor, eine Werkstatt, eine Küche. Es gibt viele gemütliche Sofas, eine kuschelige Bibliothek, einen Ruheraum. Dort habe ich das erste Mal meditiert. In der Schule werde ich das jeden Tag machen dürfen, wenn ich möchte. Das mache ich sehr gerne, denn dann kann ich mich besser konzentrieren und mehr lernen. Und ich möchte so vieles lernen!

Die Lernbegleiter*innen haben versprochen, dass uns viele verschiedene Menschen besuchen werden, um ihre Geschichten zu erzählen oder uns beizubringen, wie man Fahrräder repariert oder andere tolle Dinge. Und wir werden sie auch dort besuchen können, wo sie eigentlich arbeiten. Wir werden auch andere tolle Ausflüge machen, zum Beispiel in den Zoo oder zur ESA. Das interessiert mich besonders, denn ich möchte auch gerne zum Mars fliegen, wenn ich groß bin.

… 2 Jahre später …

Jeden Morgen freue ich mich auf die Schule. Ich muss auch gar nicht so früh aufstehen, wie meine Eltern, als sie zur Schule gegangen sind. Darüber freuen sie sich, denn dann können sie auch länger schlafen. Wir können zusammen ganz entspannt frühstücken, das gefällt uns allen sehr gut.

Ich fühle mich sehr wohl in der Schule. Jeden Tag kann ich selbst entscheiden, was ich heute lernen möchte. Es gibt viele verschiedene Lernräume, die ich besuchen kann. Wenn mir etwas besonders Spaß macht, mag ich den Lernraum gar nicht mehr verlassen und bleibe den ganzen Tag dort. Die Lernbegleiter*innen zeigen mir aber immer wieder andere spannende Dinge.

Zum Beispiel das Lernnetzwerk. Dafür benutze ich ein Tablet. Im Lernnetzwerk kann ich mitreden, wenn mir etwas an der Schule nicht gefällt. Dann schreibe ich dort meinen Wunsch, was sich ändern soll. Meine Mitschüler*innen können dann weitere Ideen dazu schreiben. Das können Kinder aus ganz Deutschland tun, die ebenfalls zur Schule gehen. Wir können uns auch online verabreden und dazu austauschen. Auch die Lernbegleiter*innen und meine Eltern können mitmachen.

… 6 Jahre später …

Ich bin jetzt 15 und darf die Herausforderung machen. Über das Lernnetzwerk kann ich mir anschauen, was andere gemacht haben: Egal, welches LMS sie nutzen, im Lernnetzwerk können wir uns alle verbinden. Das, was andere Schüler*innen aus ihren Portfolios veröffentlichen möchten, kann ich mir dort anschauen. Also auch, welche Herausforderungen sie gemeistert haben. Denn ich habe noch keine Idee, was ich machen möchte. Mich interessieren so viele Dinge, dass ich mich nicht entscheiden kann.

Wenn ich mehr wissen will, kann ich die Schüler*innen fragen, ob wir uns online treffen. Denn egal, wo sie wohnen, dank des Lernnetzwerks können wir uns austauschen. So habe ich schon bei anderen Projekten Hilfe bekommen können. Ein Projekt habe ich auch schon schulübergreifend gemacht. Auch aus meinem Portfolio habe ich schon ein paar Projekte veröffentlicht, um ebenfalls Ideen zu teilen.

Ich denke, ich schreibe einen Aufruf, dass ich eine Herausforderung zum Thema Marsreise machen möchte. Ich hatte schon an ein Überlebenstraining gedacht. Aber an meiner Schule hat keiner meiner Freunde Lust dazu. Vielleicht finde ich an anderen Schulen Mitstreiter.

… 2 Jahre später …

Bald werde ich 18. Dann möchte ich mich für einen Schülerjob bei der ESA bewerben. Den kann ich neben der Schule Remote von zuhause aus ausüben. Wenn ich mich dort gut mache, nehmen sie mich in ihr Astronauten-Ausbildungsprogramm auf. Über das Lernnetzwerk kann ich ihnen mein Portfolio schicken. Da sind alle Projekte für sie sichtbar, die ich bereits rund um das Thema Marsreise gemacht habe, und auch alle anderen, die ich ihnen zeigen möchte. Wenn ich den Schülerjob bekomme, kann ich mein Portfolio um die dort gemachten Erfahrungen sogar noch erweitern.

Denn mit dem Schülerjob stellt mir die ESA einen Mentor zur Verfügung. Er begleitet mich zusätzlich zu meinen Lernbegleiter*innen in der Schule. Er erweitert quasi meine Lernmöglichkeiten während meiner Schulzeit.

Über das Lernnetzwerk behalte ich mein Leben lang Zugriff auf mein Portfolio. Das ist super praktisch. Denn wenn es mit der ESA und dem Mars nicht klappt oder ich aus gesundheitlichen Gründen später ausscheide, kann ich mein Portfolio “reaktivieren”, falls ich stattdessen eine andere Ausbildung oder ein Studium mache oder wenn ich mit 50 Jahren umschulen will oder was weiß ich. Es steht mir völlig frei, wie ich mein Portfolio fülle und was ich dort ablegen will. Egal welches LMS oder sonstige Lernsoftware eine Uni, Volksschule usw. nutzen, dank des Lernnetzwerks kann ich sie stets mit meinem Portfolio verknüpfen.

Ich finde das echt genial. Und wenn es das Lernnetzwerk doch nicht mehr geben sollte, dann bestimmt nur, weil etwas noch besseres erfunden wurde.